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PRODUCT DEVELOPMENT & FOOD INNOVATION 
Von der Idee bis zum Prototypen

Du hast eine gute Produktidee im Kopf – aber weißt nicht, wie es jetzt weitergeht? Dieser Artikel zeigt Dir wie Du mithilfe von Design Thinking eine innovative Produktidee in der Food Branche greifbar machen kannst.

BEITRAG VON

Foto Theresa Jiraschek
Theresa Jiraschek
Trainee

Es besteht bereits eine Vision, wie in etwa das Produkt oder eine Produktoptimierung aussehen könnte? So weit so gut. Mit der Methode „Design Thinking“ kann die Produktentwicklung sehr effizient ins Rollen gebracht werden. Die Innovationsmethode umfasst 6 Schritte: Verstehen, Beobachten, Herausforderungen definieren (Kundenbedürfnisse), Ideen finden, Prototypen entwickeln und Testen (Prototyping). Design Thinking ist ein agiler Prozess – die einzelnen Schritte laufen nicht linear ab.

 

Der Ablauf ist zirkulär und umfasst einen kontinuierlichen Optimierungsprozess. Gute Ideen zu haben ist eine Sache – die Idee bis zu einem erfolgreichen Produkt zu bringen, ist eine ganz andere Geschichte.

Design_Thinking_Prozess_Darstellung
Thomas Oberrauch
Strategist

IN DIE SCHUHE DES ENDVERBRAUCHERS SCHLÜPFEN

Warum Design Thinking so erfolgsversprechend ist, liegt unter anderem daran, dass diese Methode den Kundennutzen in den Fokus rückt. Die Anforderungen und Bedürfnisse potentieller Kunden werden als Ausgangspunkt definiert. Möchte man in der Food Branche ein Produkt entwickeln, müssen Fragen beantwortet werden wie: „Welche Inhaltsstoffe braucht mein Produkt?“, „Welche darf es keinesfalls beinhalten?“ oder „Sollte die Verpackung nachhaltig gestaltet werden?“

 

Die Herausforderung hierbei ist, dass jedoch häufig im Vorhinein die genaue Zielgruppe und die Kundenerwartungen nicht bekannt sind. Daher gilt es erstmals zu ermitteln für wen ein passendes Produkt kreiert werden soll.

 

Besonders wichtig ist hierbei eine klare Problemdefinition und somit das Innovationspotential hervorheben zu können. Beispielsweise haben die Hersteller von Beyond Meat folgendes Problem erkannt und gehandelt: Vegane oder vegetarische Personen möchten Fleisch vermeiden aber nicht auf das Geschmackerlebnis verzichten. Zahlreiche pflanzliche Burger-Patty- oder Chicken-Nugget- Alternativen rückten auf den Markt. Ein ähnliches Muster lässt sich bei Milchprodukten beobachten. Cremiger Cappuccino dank der Barista-Hafermilch von OATLY. Haferjoghurt von Activia, welches dem auf Kuhmilch basiertem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich schmeckt.

 

Diese Beispiele zeigen, wie bestehende Produkte neu gedacht wurden. Aber auch die Entwicklung komplett neuer und innovativer Produkte beginnt mit einer Problemstellung. Air-up hat das Problem erkannt, dass viele gesundheitsbewusste Personen das Ziel verfolgen, möglichst viel Wasser pro Tag zu trinken – dies aber oft nicht schaffen. Mit einer strukturierten Herangehensweise entwickelten die Hersteller eine Trinkflasche, welche es ermöglicht, reines Wasser zu trinken und dabei 100% Geschmack zu erleben – ohne Zucker oder Zusatzstoffe. Das Geschmackserlebnis wird durch sogenannte „Duft-Pods“ (Apfel, Himbeere, etc.) wahrgenommen. 80% des von uns empfundenen Geschmacks entstehen durch Gerüche. Ziemlich smart, oder?

 

 

KEIN PRODUKT IST VON ANFANG AN PERFEKT

Durch ein Wechselspiel von Kundenbedürfnisanalysen und die stetige kreative Weitereinwicklung des Produktkonzepts, entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Analysieren, Beobachten & Verstehen. Was möchte ich mit meinem Produkt erreichen, welches Problem möchte ich lösen? Ebenso wichtig: Eine Nische am Markt finden. Besonders im Food Bereich ist eine klare Positionierung unabdingbar. In welche Kategorie fällt das Produkt?

 

Soll das Produkt weitere Funktionen haben (Konzentration steigern, Immunsystem stärken, Antioxitative Wirkung, etc.). Derzeit ist am Markt zu beobachten, dass sich eine Vielzahl an „Functional Foods“ etablieren. Functional Foods werden mit zusätzlichen Inhaltsstoffen angereichert, um einen positiven gesundheitlichen Effekt zu erzielen. Ein Beispiel hierfür ist der blaue Smoothie von Innocent, welcher Spirulina und andere Vitamine enthält, die den Körper vor oxidativem Stress schützen.

 

Den Markt zu verstehen ist wichtig. Eine Wettbewerbsanalyse bedeutet, aber nicht gleichzeitig teure Marktforschung. Eingangs reicht es einen Blick in die Supermarktregale zu werfen, um sich vor Ort einen Eindruck über verwandte Produkte zu verschaffen.

 

Parallel dazu ist eine Zielgruppenanalyse ebenfalls von Bedeutung. Für die Erhebung des potentiellen Käuferprofils existieren eine Vielzahl an quantitativen und qualitativen Methoden, wie beispielsweise Fokusgruppen, online Fragebögen oder Experteninterviews.

 

Aktuelle Food Trends zu aktualisieren, darf nicht dabei vernachlässigt werden. Denn der Kunde hat nicht Antworten auf alle Fragestellungen. Daran erinnert das berühmte Zitat des Automobilpioniers Henry Ford: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten Sie gesagt schnellere Pferde“.

 

 

DAS PRODUKT GREIFBAR MACHEN

Design Thinking fördert rasches Handeln und schnelles Lernen. Es werden bereits sehr früh erste Prototypen gebaut – auch wenn diese anfangs nur einfache Modelle oder Skizzen sind. Diese sind hilfreiche Gedächtnisstützen für den Innovationsprozess. Interne Gedanken und Ideen werden dadurch externalisiert und für andere Teammitglieder leicht zugänglich gemacht. Das Ziel von Rapid Prototyping ist es, Fehler so früh wie möglich zu machen. Dadurch werden ungelöste Probleme und andere Herausforderungen sichtbar.

 

Langfristig gesehen verhindert es negative Überraschungen und spart somit Zeit und Kosten. Die Test-Improve-Retest Strategie stellt eine Interaktion mit den Verbrauchern her. Das Produkt wird nicht für den zukünftigen Kunden entwickelt, sondern mit ihm. Im Rahmen von Test-Pools ausgewählter Testpersonen wird Klarheit geschaffen über Faktoren wie Geschmackserlebnis, Konsistenz, Verpackung, Größe oder Handhabbarkeit des Produkts. Durch Feedbackschleifen werden regelmäßig Bewertungen potentieller Kunden eingeholt, analysiert, rückgemeldet und schließlich umgesetzt. Konzept-Tests im Bereich Food Innovation beantworten fundamentale Fragen im Hinblick auf den Markteintritt.

 

 

ZUSAMMENARBEIT MIT EXPERTEN

Erfolg im Produktentwicklungsprozess kann dadurch gewährleistet werden, dass Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen so früh wie möglich herangezogen werden. Verschiedene Perspektiven verhelfen dazu einen ganzheitlichen Blick auf die Produktidee zu erlangen. Somit werden mögliche Blind-Spots aufgedeckt. Co-Creation in Rahmen von Design Thinking Workshops gelten somit als bewährte Methode.

 

Wenn Du Design Thinking noch besser verstehen und auch anwenden möchtest, hätten wir da was für Dich. Mit dem Design Thinking-Modul von FYNN durchläufst Du mit uns alle Schritte des Design-Prozesses. Und das an einer realen Aufgabenstellung aus Deinem Unternehmen!

 

Mehr zum Thema erfährst Du auf unserer Produktseite: Hier geht's lang!

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