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DER JACHTKLUB DER AFFEN
WARUM MAN NFTS NICHT ABSCHREIBEN SOLLTE

Mit 680 Mio. Dollar erhielt das Star-Up „Sorare“ ein Rekord-Investment, das Geschichte schrieb. Nicht nur für europäische Start-Ups, auch für den Markt von „Non-Fungible Tokens“, war es ein großer Schritt. Es ist womöglich der Start eines Megatrends.

BEITRAG VON

Teambild David Unterholzner
David Unterholzner
Founding Partner

Sie dürfen bei keinem großen Turnier fehlen: Fußball-Sticker. Auch nach Jahrzehnten erfreuen sich die Klebebilder noch großer Beliebtheit. „Sorare“ bringt diese Tradition ins digitale Zeitalter. Die Plattform bietet digitale Sticker an, die mit Echtgeld gehandelt werden. Zuletzt wechselte ein seltenes Sammlerstück des norwegischen Fußballspielers Erling Haaland für rund 620.000 Euro den Besitzer. Doch es gibt noch viele weitere Projekte, die mit Non-Fungible Tokens – kurz NTFs – Volumen in Millionenhöhe generieren.

 

Als Pionier des NFT Space gilt der „Bored Ape Yacht Club“. Eine Kunstsammlung aus über 10.000 computergenerierten NFTs. Auch hier gibt es Einzelstücke, die für Millionen verkauft wurden. Worin der (hohe) Wert eines „Bored Apes“ liegen soll, weiß niemand. Zwar sind die Tokens Unikate, doch die Bilder zeigen ausschließlich generische Comic-Affen. Trotzdem verkaufen sich die Affen für Unsummen an Geld: das günstigste NFT des Bored Ape Yacht Club wird im Moment auf dem NFT-Marktplatz "Opensea" für rund 160.000€ gehandelt. 
Zuweilen fungieren die NFTs auch als Zutritt zu verschiedenen Club-internen Events und Veranstaltungen. Die Apes versichern: der Club-Aspekt wird noch ausgebaut werden.

 

Trotzdem ist die Kritik der Blockchain-Skeptiker berechtigt. Sie vergleichen den aktuellen NFT-Hype mit der Kryptowährungsblase von 2017. Damals ließen „Initial Coin Offerings“ den spekulationswütigen Markt implodieren, bevor der Markt erwachsener wurde. Aber so einfach ist es mit NFTs dann doch nicht.

NON FUNGIBLE TOKEN, ENDLESS POSSIBILITIES

NFTs stellen eine Möglichkeit dar, verschiedene Rechte und Objekte auf einer Blockchain abzubilden. Damit können Besitzrechte an einem Wert gesichert werden, der auf der Blockchain repräsentiert ist. Anders als generische Token wie Kryptowährungen, sind NFTs immer Einzelstücke und können nicht beliebig ausgetauscht werden. Ihr Besitz wird auf der Blockchain fälschungssicher gespeichert und ist jederzeit einsehbar. Ein digitales Zertifikat, sozusagen. Dabei spielt es keine Rolle, für was dieses Zertifikat ausgestellt wird. Bilder, Videos, Dokumente, digitale Gegenstände– alles ist möglich. Digital und analog. Und genau hier liegt das große Potential von NFTs, der im Lärm um überteuerte Affenbilder untergeht.

 

Trotz all des Pessimismus gegenüber NFTs: Auf dem zweiten Blick gibt es schon heute interessante Use-Cases. NFTs eignen sich hervorragend als Marketing-Tool für Events und Produkte. So wurden bereits mehrere große Filmproduktionen mit eigens kreierten NFTs beworben. Fans konnten diese über spezielle Events kostenlos bekommen. Durch das Einladen von Freunden konnten weitere virtuelle Goodies gesammelt werden. Für Produktionsfirmen eine preiswerte Werbemethode, um potenzielle Kinobesucher bis zum Release bei Laune zu halten und noch mehr Reichweite zu generieren.

 

Abseits des Showbiz schützen NFTs Menschenleben – in der Qualitätssicherung. Pro Minute erkranken weltweit 44 Menschen durch den Konsum verunreinigter Lebensmittel. Das entspricht jährlich 23 Millionen Menschen, die durch gepanschte Lebensmittel und lückenhafte Lieferketten geschädigt werden. NFT Chips könnten die Lösung sein. Sie werden an den Produkten befestigt und in jedem Produktionsschritt mit frischen Daten gefüttert, die auf der Blockchain fälschungssicher und transparent hinterlegt werden. Von der Herstellung über die Lieferung bis zum Verkauf entsteht so eine vollständige Dokumentation, die allen Beteiligten – bis hin zum Konsumenten – Sicherheit bietet.

 

 

DAS BESTE KOMMT ERST NOCH

Besonders in der Verwaltung bieten Non-Fungible Token enorme Potenziale. Beispiel Bildungs- und Gesundheitswesen. Im Bildungswesen können dem Bürger Zugang zu Diplomen und Zeugnissen geboten werden. Und das komplett ohne lästige Behördengänge. Im Kampf gegen Urkundenfälschungen würden auch Universitäten davon profitieren.

 

Die Ausstellung von Patientenakten und Befunden kann über die Blockchain abgewickelt werden. Jedes Dokument stellt dabei ein eigenes NFT dar, das öffentlich einsehbar ist. Um den Patienten eine gewisse Privatsphäre zu garantieren, werden Identifier-Codes anstelle von Klarnamen verwendet.

 

Bei jeder Krankenhausvisite erhält der Bürger den Befund schnell und unkompliziert als NFT. Dieses kann er vom Hausarzt begutachten lassen. Ohne lästigen Papierkram und sperrige Datenschutzbestimmungen. Der Bürger wird alleiniger Inhaber seiner Daten, was ihn vor Datenmissbrauch schützt. Nicht nur das: Der Bürger kann seine Daten als Lizenzen an ausgewählte Firmen (wie Gesundheits-Start-Ups) verkaufen, wenn er es denn möchte. NFTs ermöglichen die Demokratisierung von Daten – und wertvollen Gegenstände.

 

Immobilien, Kunstwerke und Musik haben eines gemeinsam: Sie kosten außerordentlich viel Geld. Und sie sind schwer zu verkaufen. Beide Nachteile werden von NFTs aufgefangen. Eine Immobilie kann in beliebig viele Token zerlegt werden. Jeder Token stellt einen Teil der Immobilie dar – inklusive Stimmrecht und Anteil an der Gewinnausschüttung. Für Kleinanleger bietet sich die Chance eines zusätzlichen Einkommensstroms oder der Diversifizierung ihres Portfolios. Im Musikbereich profitieren nicht nur die Investoren, sondern auch die Musiker. Besonders junge Talente haben es schwer bei den Plattenlabels. NFTs bieten einen neuen Vertriebskanal. Anfallende Lizenzgebühren werden dabei automatisch über die Blockchain eingefordert und direkt an den Künstler ausgespielt. Ganz ohne Vermittler.

 

 

ALSO: WORAUF WARTEN WIR NOCH?

Dass NFTs noch in den Kinderschuhen stecken, wird an den aktuellen Use-Cases im Marketingbereich deutlich. Wie bereits beschrieben, gibt es in der Unterhaltungsbranche erste zaghafte Versuche NFTs kommerziell zu nutzen. Das Metaverse könnte hier jedoch den nächsten Wachstumsschub verursachen. So deutet vieles darauf hin, dass der Onlinekonsum in der Gesellschaft weiter steigen und es zu einer zunehmenden Digitalisierung des Alltages kommen wird. Vorstellbar ist ein virtueller Raum, der neben der analogen Welt koexistiert. Erwirbt ein Konsument ein neues Produkt, bekommt er vom Hersteller automatisch ein virtuelles Goodie dazu. Zum Beispiel ein NFT-Sneaker, der für Social-Media-Accounts oder im virtuellen Raum als Statussymbol genutzt werden kann.

Es wird deutlich: Es gibt viele Ideen rund um NFTs. Und viele weitere Ideen werden noch folgen. Besonders spannend werden die Ideen, die „Outside the Box“ gedacht werden. Also über die reine Konzeptübertragung vom Analogen ins Digitale hinausgehen und wirklich von Grund auf dezentral und transparent. Wenn auch Du innovative Produkte entwerfen willst, wirst Du unseren Kurs „DESIGN THINKING BASICS“ lieben.

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