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ALTAY – TYROL SUPER SKI RESORT CHINA
Strategische Planung eines Zukunftsprojektes in einem politisch sensiblen Umfeld  mit vielen Stakeholdern – von der Ideen- und Konzeptentwicklung bis hin zur Umsetzungsorganisation.

Wenn es um Wintersport geht, ist China bis heute in den Kinderschuhen. Zwar gibt es dort rund 70 Skigebiete, allerdings entsprechen diese nicht den internationalen Standards. Dies sollte sich mit dem Projekt ALTAY ändern. Ein Großprojekt, das strategisch geplant sein will. Unser Strategist Ferfried Innerhofer stellte sich dieser Herausforderung.

Heraus
forderung

Bis heute ist Skifahren eine Randerscheinung in China. Nach Schätzungen hatten 2016 gerade einmal 1,5% aller Chinesen schon einmal auf Skiern gestanden. Grund dafür ist die soziale Schere. Es fehlt eine Mittelschicht, die es sich leisten könnte, Skifahren als Freizeitsport zu betreiben. Nichtsdestotrotz steigt der Wohlstand im Land und die Chinesen werden zusehends selbstbewusster. Insbesondere wohlhabende Chinesen, die ihren Urlaub im (europäischen) Ausland verbringen, möchten auch zu Hause ein Skiresort mit internationalen Standards nutzen.
So zieht das Interesse am Wintersport zusehends an. Zwischen 2012 und 2016 stiegen die Skibesuche in China um 400% an. Bei gleichbleibendem Wachstum soll bis 2020 die Zahl der chinesischen Skifahrer auf bis zu 90 Millionen anwachsen.

 

Schlussendlich war es jedoch die überraschende Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 an China, welche die Volksrepublik dazu veranlasste, das eigene Wintersport-Angebot überprüfen zu lassen. Die Erstellung der Marktanalyse übernahm dabei unser Projektentwickler Ferfried Innerhofer. Zu dieser Zeit existierten in China knapp 70 Skigebiete, die zwar durchaus modern waren, aber nicht internationalen Standards entsprachen. Viele Skigebiete verfügten über weniger als 5 Kilometer Piste – kombiniert mit einem schwachen Höhengefälle. Für erfahrene Skifahrer somit uninteressant. Zusätzlich wurden viele der Skigebiete an ungünstigen Orten gebaut, an denen es an Wasser oder guter Erreichbarkeit durch Straßen, Bahnstrecken und Flughäfen mangelt. Ergebnis der Machbarkeitsstudie: Das Erfolgspotential eines Skiresorts nach den aktuellen internationalen Standards war sehr hoch – eine Investition sinnvoll. Das Großprojekt ging in die nächste Runde: die strategische Projektenwicklung.

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Heran
gehensweise

Da keines der bestehenden chinesischen Skigebiete ausgebaut werden konnte, mussten die verantwortlichen Funktionäre von der Planung und Realisierung eines neuen Ski Resorts überzeugt werden. Im Zuge der Sensibilisierungskampagne wurde eine Reise mit hochrangigen Funktionären in die bekanntesten europäischen Skigebiete organisiert. Dabei wurden die Erfolgsfaktoren und Geschäftsmodelle genau analysiert und die Übertragbarkeit auf China diskutiert. Kurz darauf erfolgte der Startschuss für die Konzeption.

 

Phase 1: Standortanalyse
In einem ersten Projektschritt sollte geklärt werden, wo das neue Ski Resort entstehen sollte. Ein Team aus internationalen Experten unter der Leitung unseres FYNN Projektentwicklers Ferfried Innerhofer, machte sich auf die Suche nach potentiellen Gebieten – zuerst mittels digitaler Landkarten, dann vor Ort. Als Benchmarks dienten bekannte Skigebiete in Europa, Japan und Russland. Nach zweiwöchiger Suche kristallisierten sich drei Zonen heraus: Sibirien, Chiangbeimountain (an der Grenze zu Nordkorea und Russland), sowie Altay (Teil der Provinz Xingjiang, im Westen von China an der Grenze zu Kasachstan und Russland). Die Wahl fiel auf Altay, nachdem die ersten beiden Optionen aus politischen Gründen ausschieden.

 

Das ausgewählte Gebiet ist 12 Kilometer von Altay City und rund 30 Kilometer vom regionalen Flughafen entfernt. Die gute Erreichbarkeit machte die Region somit auch für europäische Touristen sehr attraktiv. Die Berge, auf denen das Altay Ski Resort errichtet werden sollte, liegen auf dem gleichen Breitengrad wie die Alpen – besitzen also eine ähnliche Vegetation mit langen schneereichen Wintern. Eine konstante Wasserversorgung war somit ebenfalls gesichert.

 

Phase 2: Planung und erste Umsetzung (inkl. Partner- und Expertensuche)

Das Projektziel: die Errichtung des größten und modernsten Ski Resorts Asiens, das internationalen Standards entspricht und auf eine High- und Middle-Class-Klientel ausgerichtet ist. Den Skifahrern sollten Pisten verschiedener Schwierigkeitsstufen sowie ein großer Funpark zur Verfügung stehen. Die Skipisten entsprechen dabei den Regeln des internationalen Skiverbandes (FIS) und können auch für kompetitive Rennen genutzt werden.
Zudem wurde das Resort auf die Ansprüche europäischer Touristen ausgelegt. So konnte eine konstante Auslastung gesichert und der Ort durch die westliche Ausrichtung aufgewertet werden. Und war somit für das chinesische Klientel umso attraktiver.

 

Die lange Wintersaison von bis zu acht Monaten wurde mit einer gesonderten Bespielung in den restlichen Sommermonaten ergänzt. Das Ziel: eine Ganzjahres-Destination mit zahlreichen Angeboten für Nicht-Skifahrer. So wurden beispielsweise Aussichtsplattformen eingeplant, die einen Weitblick bis zur angrenzenden Wüste Gobi ermöglichten. Zudem wurden Shoppingmeilen mit internationalen Marken sowie Gesundheits- und Relaxangebote eingeplant. Dabei erfolgt die Bezahlung – wie in China üblich – bargeldlos über eine eigene Altay-Card. Der Gast bezahlt so nur einmal beim Check-Out und wird während des Urlaubs nicht weiter mit Zahlungen belästigt.
Sowohl für den Bau als auch den Betrieb gelten strenge Umweltstandards. Dazu zählen energieeffiziente Gebäude, die Nutzung der beiden Seen des Altay Mountain zur Stromerzeugung, als auch eine schonende Skipistenführung nach internationalen Abkommen.

 

Die konzeptionellen Abstimmungen mit staatlichen Projekt-Verantwortlichen erfolgte alle 4-6 Monate bzw. nachdem ein Zwischenziel erreicht wurde. Dabei stellten die sprachlichen Barrieren und die kulturellen Unterschiede das Projektteam immer wieder auf die Probe.

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Ergebnis

Das Altay Ski Resort ist mehr als ein reines Skigebiet. Es ist eine Tourismuszone, die auch im Sommer bespielt werden kann und so die Rentabilität des Resorts sichert. Durch die gute Lage Altays (fünf Stunden Flug ab München, fünf Stunden Flug ab Peking) ergeben sich Synergieeffekte, die das Skigebiet für chinesische als auch europäische Touristen attraktiv machen.

 

Weiters ist es das erste Skigebiet mit vollständig ökologischer Planung. Das gesamte Resort darf nur mit Elektrofahrzeugen oder Liften befahren werden. Dank guter Vorplanung und logistischer Abstimmung, konnte rasch mit dem Bau begonnen werden. In der Region wurden somit mittelfristig rund 7000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Bewohner der angrenzenden Orte profitieren zudem von der neuen Infrastruktur – wie beispielsweise einem modernen E-Werk.

 

Das Altay Ski Resort befindet sich noch im Bau. Die Eröffnung ist für September 2021 geplant.

Frage
stellungen

  • Wie kann ein wichtiges Großprojekt in einem politisch sensiblen Umfeld mit zahlreichen Stakeholdern entwickelt werden?
  • Wie kann ein Gebiet als Ganzjahres-Destination positioniert werden?
  • Wie kann eine Destination unterschiedliche Zielgruppensegmente ansprechen?
  • Wie kann Wertschöpfung in eine Region gebracht werden und gleichzeitig das ökologische Gleichgewicht gewahrt werden?

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