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Warum der Handel unsichtbar wird
Und was das für uns bedeutet

Der Konsument von heute ist selbstbewusst und unabhängig. Er sammelt Kaufideen in sozialen Medien und vergleicht Preise – zu jeder Zeit an jedem beliebigen Ort. Der Gang zum Geschäft fällt weg und der Kaufprozess verkürzt sich. Eine steigende Kaufbereitschaft ist die Folge. Schließlich liegen zwischen Entdeckung, Interesse und Kauf nur noch wenige Klicks. So verschmelzen die Grenzen zwischen bewusster Kaufentscheidung und Gelegenheitskauf.

BEITRAG VON

Thomas Oberrauch
Strategist
David Unterholzner
Founding Partner

Für Konsumenten und Händler war der Schritt vom klassischen Einkauf, den man persönlich oder per Telefon durchführte, hin zum Online-Handel mit E-Commerce-Shops bereits ein Entwicklungssprung, der sehr viel Umstellung erforderte: Der Handel hatte alle Produkte und Services in digitaler und in bestimmter Form bereitzustellen, um die neue Nachfrage zu bedienen.

 

Die Wahrnehmung dazu war aber durchgängig bestimmt durch eine bewusste Entscheidung für den Kauf. Oder dagegen. Die Verhältnisse zwischen Käufer und Verkäufer schienen fixiert und entsprachen einer Analogie. Wo früher das Schaufenster die Käufer zum Kauf einlud, eröffneten Online-Shops das Versprechen immer und überall auf jedes Schaufenster zugreifen zu können.

 

 

TECHNOLOGISCHE EVOLUTION

Die Kosten und der Aufwand für diese Verkaufsformen sind in den letzten Jahren – ähnlich klassischer Webseiten – im Sinken begriffen. Die Standardisierung führte dazu, dass man mit wenigen Klicks Webpräsenz inklusive Store einrichten kann.

 

Parallel dazu etablierten sich neue Technologien als Kanäle und Medien. Der Siegeszug der Messenger von WhatsApp bis zu WeChat etablierten Bestellformen, die den klassischen Einkauf zu einem Tweet reduzierten. Die Erfahrung etwas zu kaufen wird nochmals optimiert.

 

 

WAS KOMMT

Der nächste Schritt wird nun durch neue DLT-Technologien und neue Protokolle wie IOTA eröffnet. Und auch hier wird die User Experience zur Leitplanke für die Neudefinition des Verkaufs: Sie verläuft im Zeichen des Comfort der User. Einfach, automatisiert und womöglich gleich unsichtbar.

 

So können Aufzüge, die durch Sensoren überwacht werden, automatisch ein Service anfordern, wenn gewisse Teile ihre wahrscheinliche Abnutzung erreicht haben. Oder jemand kauft uns unsere Daten ab, die wir im Straßenverkehr produzieren: Fahrprofile, Sensor- und Reisedaten. Mit den daraus entstandenen Gewinnen kaufen wir wiederum die Vignette oder ein Parkticket.

 

Mit dem Aufkommen dieser Protokolle werden neue Geschäftsmodelle entstehen, die sich nahtlos in unsere Alltagserfahrung einreihen. Diese Technologien werden alle Branchen betreffen, sei es B2B wie B2C. Und es wird eine weitere technologische Schwelle darstellen, die die Spreu vom Weizen trennt. Unternehmen, die heute nicht wegzudenken sind, werden von Newcomern überholt. User Experience for the win!

 

Natürlich ist es schwierig bis unseriös die Zukunft vorherzusagen. Auf eine Konstante der letzten Jahrzehnte lässt sich jedoch getrost wetten: Die Einkaufserfahrung der User von morgen wird sich als jene Messlatte erweisen, die über Erfolg oder Misserfolg unternehmerischer Tätigkeiten entscheidet.

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