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NACHHALTIGES UNTERNEHMEN, NACHHALTIGE GEWINNE
Sustainability als Erfolgsmodell

Nachhaltigkeit ist das Thema der Stunde. Unternehmer merken zusehends, dass von einem nachhaltig aufgestellten Unternehmen nicht nur die Umwelt profitiert – sondern sowohl ihr Image als auch die Geldbörse. Wieso, weshalb, warum beantwortet Dir dieser Artikel.

BEITRAG VON

Foto Theresa Jiraschek
Theresa Jiraschek
Trainee

Heutzutage reicht ein gutes Produkt lange nicht mehr aus, um effektiv Kunden zu gewinnen. Konsumenten wollen mehr als nur Qualität und suchen oft nach Produkten und Marken, welche ihren persönlichen Werten entsprechen. Klingt ja eigentlich ganz offensichtlich. Warum eine Marke finanziell unterstützen, wenn man ihren sozialen und ökologischen Werten nicht zustimmt?

 

Zahlreiche Konsumenten haben jahrelang Produkte gekauft, ohne an deren ökonomische Schattenseiten zu denken. Aktuell findet jedoch ein massives gesellschaftliches Umdenken statt, bedingt durch die derzeitige Umwelt- und Klimabewegung. Besonders Millenials und die Generation Z sind bemüht unseren Planteten zu schützen – Nachhaltigkeit als neue Lebensphilosophie.

 

Doch wie wirkt sich dieses Umdenken auf Kaufentscheidungen oder die Wahl des Arbeitgebers aus?

 

 

NACHHALTIGKEIT ALS KRITERUM FÜR KAUFENTSCHEIDUNGEN

Zunehmend kommt die Erkenntnis in den Köpfen der Menschen an, dass bestimmte Ressourcen nicht unlimitiert verfügbar sind und Umwelt- und Klima geschützt werden müssen. Verbraucher berücksichtigen bei Einkäufen stärker den nachhaltigen Aspekt von Produkten. Ein wichtiges Kredo für Unternehmen lautet „Kenne deine Konsumenten“. Daher sollten sich Unternehmen den Klima- und Umweltschutzgedanken potentieller Kunden zunutze machen.

 

Amazon hat dies folgendermaßen gelöst: In punkto Umwelt und Ethik steht Amazon prinzipiell in einem schlechten Licht – Ausbeutung von Arbeitskräften sowie die hohen Emissionen bei der Lieferung von Produkten. Der Versandriese versucht jedoch sein Image in eine positivere Richtung zu lenken. Durch AmazonSmile (smile.amazon.at) spendet Amazon 0.5 Prozent des Einkaufspreises direkt an eine teilnehmende soziale Organisation. Der Kunde kann sich hierbei die Organisation selbst aussuchen und hat weiterhin Zugriff auf das gesamte online Sortiment. Darüber hinaus investiert der online Versandhändler in 100.000 Elektro-Lieferwägen um umweltfreundlicher zu werden.

 

 

NACHHALTIGKEIT & RECRUITING

Nachhaltigkeit ist jedoch nicht nur im Hinblick auf Konsumenten von hoher Bedeutung. Einen wichtigen Stellenwert hat es auch für Arbeitnehmer. Vor allem Millenials stellen die herkömmlichen Spielregeln der Personalsuche auf den Kopf. Anreize wie ein hohes Gehalt, ein Dienstauto oder Ähnliches stehen längst nicht mehr im Vordergrund. Generation Y und Z möchte nicht nur durch „Fridays for Future“ und andere Kampagnen etwas bewegen – sondern auch im beruflichen Umfeld. Studien zeigen, dass Arbeitnehmer aktuell ihren Job wechseln, da die Unternehmenswerte nicht zu vereinbaren sind mit deren Nachhaltigkeitsgedanken. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind Faktoren, die Unternehmen und Recruiter nicht unterschätzen sollten.

 

 

QUANTITÄT VOR QUALITÄT? - NEIN, DANKE!

Nachhaltigkeit ist das neue „Premium“

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Kaufen – verwenden – wegwerfen. So sieht derzeit der Lebenszyklus vieler Produkte aus. Besonders kritisch ist dies bei Materialien, welche nicht natürlich abbaubar sind oder gar giftige Inhaltsstoffe enthalten. Riesige Plastikinseln im Meer und lebensgefährdende Luftverschmutzungen sind das Resultat.

 

Der Möbelgigant IKEA hat diese Problematik erkannt und darauf reagiert. Für die Herstellung von Produkten sollen nur noch recycelte und natürliche Materialien verwendet werden. Ebenso soll eine emissionsfreie Lieferung nach Hause verwirklicht werden. IKEA hat sich als Ziel gesetzt bis 2030 klimapositiv zu werden.

 

Der Sneaker-Produzent VEJA hat den Nachhaltigkeitsgedanken gekonnt aufgegriffen. VEJA bedeutet auf portugiesisch „schau hin“. Und das ist genau das, was die Gründer mit ihrem nachhaltigen Schuhlabel erreichen wollen: Hinschauen, wie ein Sneaker gemacht wird. Mittlerweile sind die Bedingungen in der Schuhbranche schlimmer als jene in der Textilproduktion. Arbeiter schuften oftmals ohne Arbeitsvertrag, unter sehr prekären Bedingungen, für ein Gehalt, weit entfernt von einem existenzsichernden Lohn. VEJA achtet insbesondere auf eine Ökologische- und Soziale-Nachhaltigkeit im Hinblick auf die Herstellung und den Vertrieb ihrer Produkte.

 

Bei ökologischer Nachhaltigkeit ist es zentral, dass die Hersteller ihre Produkte aus umweltfreundlichen Materialien fertigen und auch bei Vertrieb und Logistik darauf achten den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten.

 

 

Nachhaltigkeit richtig umsetzen

In Anlehnung an den „Triple Bottom Line“ Ansatz sind für Unternehmen besonders drei Bereiche fundamental, um Nachhaltigkeit erfolgreich implementieren zu können. Dies betrifft das Anpassen der sozialen, ökonomischen sowie ökologischen Produkte und Services (People – Planet – Profit).

 

Man muss kein Umweltschützer oder Klimaaktivist sein, um die Vorteile von Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene zu erkennen. Während viele Unternehmen ausschließlich finanziellen Profit anstreben, sehen Triple-Bottom-Line-Unternehmer dies nur als Teil ihres Geschäftsmodells. Nachhaltig orientierte Organisationen erkennen auch an, dass "Profit" nicht diametral im Gegensatz zu „People“ oder „Planet“ steht.

 

Der schwedische Möbelgigant IKEA zum Beispiel erzielt eine massive Kosteneinsparung durch das Recyceln des anfallenden Produktions-Müll. Jene Produkte, hergestellt aus recyceltem Müll gehören mittlerweile zu den Best-Seller-Produkten von IKEA. Zuvor hatte dieser Abfall das Unternehmen mehr als 1 Million US-Dollar pro Jahr gekostet. Das Unternehmen ist auf dem besten Weg, weltweit keine Abfälle mehr auf Mülldeponien entsorgen zu müssen. Joanna Yarrow, IKEAs Leiterin für Sustainability, begründet diese Strategie folgendermaßen: “We don’t do this because we’re tree huggers, we do this because it’s very cost effective.”

 

Nachhaltigeres Wirtschaften führt insgesamt zu mehr Resilienz auf allen Ebenen des Business, was wiederum für ein Unternehmen natürlich äußerst vorteilhaft ist. Wer beispielsweise weniger Plastik einsetzt, ist Ölpreisschwankungen weniger ausgesetzt oder wer faire Löhne zahlt, stabilisiert Belegschaften in Produktionsstätten.

 

 

HANDLUNGSBEDARF FÜR UNTERNEHMEN

Einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann jedes Unternehmen, unabhängig davon, was produziert wird, oder welche Dienstleistungen angeboten werden. Wer schnell handelt, ist nicht nur gegenüber Mitbewerbern im Vorteil, sondern auch gegenüber zukünftigen Gesetzgebungen. Treten künftig höhere Abgaben für Co2 oder Energieverbrauch oder neue Regeln zum Schutz des Klimas in Kraft – haben Unternehmen, die bereits vorgesorgt haben, eindeutig die Nase vorne.

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