Der Mensch ist was er nicht isst.
Warum gesunde Snacks großes Potential haben.

Durch die Corona-Krise änderten sich die Konsumgewohnheiten vieler Verbraucher massiv – dies betrifft auch den Lebensmittelsektor. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich bei knapp über 20 Prozent der Befragten der Konsum von Süßwaren und Snacks deutlich erhöht hat. Snacken wird stetig beliebter. Parallel dazu etablieren sich immer mehr Marktnischen für gesunde Snack-Varianten. Wie können diese geschickt für innovative Produktideen genutzt werden?

BEITRAG VON

Foto Theresa Jiraschek
Theresa Jiraschek
Trainee

Kaum eine Branche ist so sehr von Trends geprägt wie die Lebensmittelindustrie. Faktoren wie das wachsende Gesundheits- und Umweltbewusstsein oder die Globalisierung spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Zunehmend fragen sich Konsumenten was eigentlich in den Lebensmitteln steckt, die sie täglich essen. Ebenso hinterfragen ernährungsbewusste Verbraucher oftmals den funktionellen Mehrwert bestimmter Lebensmittel. Denn Essen dient heute nicht mehr der rein funktionalen Ernährung per se, sondern soll für viele Personen einen Mehrwert schaffen bezogen auf die körperliche und geistige Fitness.

 

 

DAS GESUNDHEITS- UND UMWELTBEWUSSTSEIN DER VERBRAUCHER STEIGT
Die Konsumenten von heute suchen nach Lebensmitteln, welche in ihr persönliches und individuelles Ernährungsprofil passen. Die Bandbreite verschiedener Ernährungstrends ist mittlerweile enorm groß. Kompakte Snacks, beispielsweise in Form von Riegeln, können auf Ernährungsbedürfnisse bestimmter Zielgruppen exakt angepasst werden (laktosefrei, vegan, probiotisch, glutenfrei, etc.). Zudem gilt es für Hersteller zu beachten, dass hinter einer bewussten und gesunden Ernährungsweise oftmals auch eine umweltbewusste Lebensweise steckt.

 

Es wird immer wichtiger für den Konsumenten wie Lebensmittel produziert und verpackt werden. Wer bewusst auf die Umwelt achtet, sorgt beispielsweise in der Regel dafür, so wenig Plastikmüll wie möglich zu erzeugen. Daher wird künftig vermehrt zu biologisch abbaubaren Verpackungen gegriffen. Umweltfreundliches Verpacken von Snacks gilt ebenso als Parameter des Healthy Food Trends. Studien belegen, dass Konsumenten vermehrt darauf achten, dass die Produkte, die sie kaufen ökologisch verträglich sind. In einer Umfrage von zirka 6.000 Verbrauchern aus zwölf verschiedenen Ländern bestätigen mehr als drei Viertel der Teilnehmer, dass die Umweltbilanz einer Verpackung ihre Kaufentscheidung beeinflusst. Auf die Frage nach den aktuellen Kaufgewohnheiten antworteten zwei Drittel der Studienteilnehmer sich für umweltfreundliche Produkte entschieden zu haben, auch wenn diese teurer waren.

 

 

DIE REVOLUTION DER ESSKULTUR
„Der Mensch ist was er isst“ – diese Redewendung ist in der heutigen Wohlstandsgesellschaft kaum mehr haltbar. Treffender wäre es zu sagen „der Mensch ist was er bewusst nicht ist“. Sei es der Verzicht auf Zucker, einen hohen Fettgehalt, tierische Produkte, Kohlenhydrate oder andere Inhaltsstoffe – der moderne Verbraucher lebt heute bewusster und gesünder. 


Interessant zu beobachten ist auch, wie sich die Esskultur im Laufe der vergangenen Jahre revolutioniert hat. Essgewohnheiten bewegen sich immer weiter weg von den klassischen drei Hauptmahlzeiten – gesunde Snacks als kleine Zwischenmahlzeiten etablieren sich als Megatrend im Food Bereich. 


Hinzu kommt, dass sich neben der Menge auch die Häufigkeit der am Tag eingenommen Mahlzeiten ebenfalls revolutionierte. Trends wie Intervallfasten bewegen Ernährungsweisen weg von den klassischen drei Hauptmahlzeiten. Daher werden immer häufiger Snacks oder kleine Zwischenmahlzeiten eingenommen.

 

 

WARUM WIR SO GERNE SNACKEN
Was macht kleine Zwischenmahlzeiten und Snacks eigentlich so beliebt? Sie sind praktisch und nicht zeitaufwendig. Viele Snacks sind durch ihre Form auch problemlos für unterwegs gedacht – ganz nach dem gängigen 2-Go-Prinzip. Wichtig ist natürlich auch das Genusserlebnis. Neben der Praktikabilität, dem Geschmack und der Konsistenz steckt jedoch noch etwas mehr dahinter. 


Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass herkömmliche Snacks, egal ob süß oder salzig, unser Belohnungssystem aktivieren. Wird beispielsweise ein Stück Schokolade verzehrt so aktiviert der darin enthaltene Zucker die Serotoninproduktion im Körper. Dies führt zu einem kurzfristigem Anstieg des Wohlbefindens und sobald dieses wieder abgeflacht ist folgt rasch ein Verlangen nach Nachschub. Also wird zum nächsten Stück gegriffen.

 

Ähnlich verhält es sich mit dem hohen Fettgehalt, welcher in Chips enthalten ist. Bei Schokolade und Chips passiert es oftmals, dass die verzehrte Menge während dem snacken unterschätzt wird. Dadurch, dass diese Lebensmittel als ungesund gelabelt sind, folgt meist ein Reuegefühl nach dem Verzehr. Eine Devise der Produktentwicklung der Zukunft  könnte somit lauten: Snacken ohne Reue.


Dieser Vergleich soll unterstreichen warum ungesunde Snacks problematisch sind und es sich lohnt diese durch gesündere Alternativen zu substituieren. Denn um Glückshormone durch Nahrungsmittel ausschütten zu können, sind nicht unbedingt ungesunde Nährstoffe notwendig. Daher findet aktuell auch ein Umdenken in der Snack- und Fast Food Industrie statt.

 

 

MARKTNISCHEN GEZIELT AUSFINDIG MACHEN
Für innovative Produktideen ist es daher wichtig bestehende Snack-Konzepte aus einer anderen Perspektive zu betrachten und diese quasi „neu zu erfinden“. Oder in anderen Worten ausgedrückt, einen Shift zu schaffen von ungesund auf gesund, ohne dabei das Geschmackserlebnis des Produktes einzubüßen. Der Markt hierfür ist verhältnismäßig zu ungesunden Snackvarianten noch sehr klein. 


Beispiele für Produkte, welche diesen Ansatz verfolgen sind die veganen und glutenfreien  Humus Chips von EatReal sowie diverse Riegel oder Energy Balls, die alternativ gesüßt wurden (Birkenzucker, Agavendicksaft, etc.).


Ein neues Produkt zu entwickeln ist zweifellos ein schwieriges Unterfangen. Besonders wenn der Markt in dem jeweiligen Bereich bereits gesättigt ist. Wenn der Markt für eine Produktkategorie klein ist, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass dies in Zukunft auch so bleiben muss. Besonders im Sektor Gesunde-Ernährung bilden sich fortlaufend rasant wachsende Märkte. Dies könnte auch für gesunde Snacks gelten, da parallel ein gesellschaftlicher Umbruch bezogen auf das Gesundheits- und Umweltbewusstsein stattfindet.

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